Küchenbokashi herstellen

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Küchenbokashi lässt sich ganz leicht selbst herstellen. Dabei kann man aus Küchenresten hochwertigen biologischen Dünger zaubern und den Pflanzen im Garten, sowie den Zimmerpflanzen etwas Gutes tun. Wir erklären in diesem Blogbeitrag, was Bokashi überhaupt ist und wie man es selbst herstellen kann. Dazu haben wir Ihnen eine Schritt-für-Schritt Erklärung mit Bildern zusammen gestellt.

Was ist Bokashi? 

„Bokashieren“ ist das neue Kompostieren! Seit einiger Zeit hört man den Begriff immer wieder, aber was macht Bokashi so besonders? Der Begriff Bokashi kommt aus Japan und wird im Zusammenhang mit der Fermentation als „Umwandlung“ übersetzt. Der Gedanke dahinter ist, unsere Küchenreste sinnvoll zu verwerten und in weniger als einem Monat in wertvollen Dünger umzuwandeln.

Der Vorteil gegenüber dem Kompostieren ist, dass man fast alle Lebensmittel bokashieren kann. Durch die Zugabe von Effektiven Mikroorganismen können selbst Nudeln, Brot, Fleisch und Fisch umgewandelt werden. Das Ziel ist es, aus den Lebensmittelresten hochwertigen biologischen Dünger für den Garten oder die Zimmerpflanzen herzustellen und gleichzeitig den Müll zu reduzieren. Somit kann man auch aktiv zum Umweltschutz beitragen!

Durch das Bokashieren erhält man zwei verschiedene Dünger; der Bokashi-Saft entsteht bereits nach wenigen Tagen und kann als Kurzzeitdünger verwendet werden. Das fertig fermentierte Bokashi, also der Feststoff im Eimer, eignet sich als Langzeitdünger für den Garten.

 

Was darf in den Eimer und was nicht?

Im Bokashieimer können fast alle Küchenreste verwertet werden. Die Mikroorganismen sind nicht wählerisch und schaffen es sogar Fleisch und Fisch zu verdauen. Joghurt, Käse, Eier und Schokolade sind auch kein Problem- einfach mit in den Eimer geben. 

Doch auch der Bokashieimer hat Grenzen. Deswegen sollten einige Produkte nicht in den Eimer: größere Mengen Flüssigkeit und Alkohol sollten nicht in den Eimer, da die hohe Feuchtigkeit den Fermentationsprozess verhindern kann. Papier, Fette und Öle, sowie zu große Knochen sollten auch lieber woanders entsorgt werden.

TIPP: Bei einem hohen Anteil von schwerverdaulichen Substanzen, sollte die Zugabe von Effektiven Mikroorganismen erhöht werden. Schwerverdauliche Substanzen sind z.B. Käse, Fleisch, Fisch und Brot.

Was braucht man zum Bokashieren?

Damit das Bokashi gelingt, braucht man die Unterstützung von effektiven Mikroorganismen. Diese sorgen dafür, dass es im Bokashieimer zur Fermentation kommt und das am Ende der wertvolle Dünger entsteht. Hierfür empfehlen wir die Zugabe von Garten- und Bodenaktivator und Fertigbokashi. Durch die Kombination beider Produkte, erreicht man eine höhere Anzahl von effektiven Mikroorganismen, was das Bokashi bei der Fermentation stabilisiert und die Qualität verbessert.

Zusätzlich benötigt man einen Eimer, den man luftdicht verschließen kann. Für die Küche empfehlen wir unseren schönen und schlichten Küchenbokashi Eimer.

TIPP: Für einen schnellen Start haben wir für Sie ein Küchenbokashi Set zusammen gestellt. Es ist alles drin was man braucht und man kann auch noch sparen!

Einfach ausprobieren mit unserer Schritt-für-Schritt Anleitung!

1) Küchenabfälle klein schneiden

Die Küchenabfälle sollten möglichst klein geschnitten werden. Das sorgt für eine größere Oberfläche, sodass die Mikroorganismen mehr Platz zum Arbeiten haben und die Fermentation beschleunigen können. Durch das klein schneiden werden zusätzlich die Luftzwischenräume verringert, was sich positiv auf die Fermentation auswirkt.

2) Eimer befüllen

Damit keine Krümel durch das Sieb in den Saft gelangen, kann Zeitungspapier oder ein Salatblatt unten in den Eimer gelegt werden. Dann kommen zwei Hände voll Küchenabfälle in den Eimer.

Über jede Schicht kommen 3 Sprühstöße Garten- und Bodenaktivator und im Idealfall noch eine Hand voll Fertigbokashi, was ungefähr 2 EL entspricht. Die zusätzliche Zugabe von Fertigbokashi lässt die Fermentation noch besser gelingen.Dann die Schicht gut mischen und mit der Faust (oder z.B. einem Sauerkrautstampfer, oder Kartoffelstampfer) fest andrücken. Dieser Vorgang wird so lange wiederholt, bis alle Küchenabfälle im Bokashi Eimer verarbeitet sind.

Unsere Empfehlungen für ein gutes Gelingen:

> Garten- und Bodenaktivator

> Bokashi pflanzlicher Dünger

3) Verschließen

Anschließend wird der Deckel aufgesetzt und kräftig nach unten gedrückt, sodass möglichst wenig Luft im Eimer bleibt. Durch die Fermentation im Eimer sackt der Inhalt regelmäßig zusammen, sodass wieder Lufträume im Eimer entstehen und die Fermentation unterbrechen können. Um das zu verhindern, kann ein Gewicht in Form von einem Sandsack oder großen Steinen auf den Deckel platziert werden, die den Inhalt vom Eimer zusammendrücken.

TIPP: Zum beschweren kann auch ein Plastiksack mit Sand oder Kies gefüllt werden.

4) Standort

Der Bokashieimer gehört an einen Standort mit möglichst gleichbleibender Temperatur. Eine konstante Temperatur von 20-23°C ist am geeignetsten für die Fermentation; am besten am besten direkt in der Küche stehen lassen. Da die Fermentation nur unter Sauerstoffausschluss funktioniert, werden die Küchenreste mit einem Deckel luftdicht abgeschlossen. Wenn alles funktioniert, ist der Eimer geruchsneutral und es entstehen keine unangenehmen Gerüche.

 

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Wie geht es weiter?

 In diesem Blogbeitrag zeigen wir ihnen, wie man das fertige Bokashi und den Bokashisaft verwenden kann.

Unser neues Küchenbokashi Set ist da!
Das Küchen Bokashi-Set enthält:
– EM Bokashi Eimer Organko 2 mit 9,6 Liter
– 1 Liter Garten- und Bodenaktivator (inkl. Sprühkopf)
– 1 Kilo pflanzlicher Bokashi

Bokashi FAQ

Hier klären wir häufig gestellte Fragen zum Thema Bokashi.

Was darf in den Bokashieimer?
  • Obst und Gemüse
  • Zitrusfrucht- und Bananenschalen
  • gegarte Speisereste
  • rohes und gekochtes Fleisch und Fisch
  • Käse, Joghurt
  • Eier und -schalen
  • kleinere Knochen und Gräten
  • bis zu einer Handvoll Haare, Fell oder Federn
  • Brot
  • Kaffeesatz, Teeblätter und -beutel
  • Schnittblumen, verwelkte Blumen, evtl. mit Wurzelballen
  • Kleine(!) Mengen Papiertaschentücher und Küchenkrepp
Was darf nicht in den Bokashieimer?
  • Flüssigkeiten wie Essig, Alkoholika, Fruchtsäfte, Milch, Öl oder Wasser
  • größere Knochen
  • Asche
  • Papier
Weiße Flocken im Bokashisaft-Was ist das?

Gleich vorab, das ist ein gutes Zeichen. Diese weißen Flocken sind Hefeflocken. Das bedeutet die Hefebakterien in EM sind aktiv, arbeiten und tragen ihren Teil zur Fermentation bei. Diese Flocken entstehen, wenn Sauerstoff vorhanden ist. Keine Angst vor ein bisschen Sauerstoff im Eimer. Das stört die Fermentation nur unbedeutend und sie bleibt trotzdem stabil. Nur wenn sehr viel Luft an die Küchenabfälle kommen würde, wäre Fäulnis die Folge, statt Fermentation.

Eine optimale Fermentation riecht immer süß-sauer, Fäulnis hingegen stinkt, dass man sofort die Nase rümpft.

Bokashi mehrere Wochen stehen lassen-geht das?

Wenn man den Bokashi-Eimer einfach mehrere Wochen stehen lässt und der Saft nicht regelmäßig abgezapft wird, entsteht Fäulnis. Die Fermentation unter Sauerstoffausschluss verläuft optimal, wenn es feucht ist, aber nicht nass. Ist der Wassergehalt zu groß, verlangsamt es die Fermentation und das Gleichgewicht der Mikroorganismen kippt – das Ergebnis ist Fäulnis.

Eine optimale Fermentation riecht immer süß-sauer, Fäulnis hingegen stinkt so sehr, dass man sofort die Nase rümpft.

Schimmel im Eimer- was tun?

Ist der Schimmel weiß, kompakt und riecht nach Waldboden, ist das sogar ein Qualitätszeichen. Das Küchenbokashi ist besonders gut gelungen. Dieser weiße Schimmel ist mit einem Edelschimmel wie z.B. beim Camembert zu vergleichen.

Ist der Schimmel übelriechend und farblich entweder Senf-gelb bis graugrün oder sogar mit bläulichem Farbton, dann ist das ein Zeichen von Fäulnis und die Fermentation ist nicht optimal abgelaufen.

In beiden Fällen kann das Bokashi in die Erde gebracht werden. Bei einem „misslungenen“ Küchenbokashi ist der Düngehalt im Boden einfach nicht so groß, wegwerfen muss man es dennoch nicht.

Top 3 Anwendungsfehler-welche sind das?
  1. Küchenreste werden nicht klein genug geschnitten
  2. Es kommt zu viel Sauerstoff in den Eimer
  3. Saft wird nicht regelmäßig abgezapft
Mikrobielle Sicht-Was passiert da eigentlich im Eimer?

Die aeroben Mikroorganismen, die Sauerstoff zum Leben brauchen, zersetzen das organische Material, vermehren sich und produzieren Ausscheidungen. Diese Ausscheidungen sind die Lebensgrundlage für die anaeroben Kleinstlebewesen.

Da sich zuerst die aeroben Mikroorganismen vermehren (die damit den Sauerstoff verbrauchen), entsteht nach und nach ein Sauerstoffmangel. Also der erwünschte anaerobe Zustand: Dann ist die Phase erreicht, wo sich die anaeroben Mikroorganismen vermehren können, aber auch die Fermentation am besten ablaufen kann.

In diesem Kreislauf leben die beiden Gruppen von Mikroorganismen einerseits zusammen (Koexistenz) und andererseits wird organisches Material ohne Fäulnis verstoffwechselt und in neue, hochwertigere und aufgeschlüsselte Nährstoffe umgewandelt.

Plastikeimer- muss das sein?

Auch wir sind Fan davon, so wenig Plastik wie möglich zu verwenden. Allerdings macht es beim Bokashieren oder auch für die Lagerung des Bokashi-Saftes wenig Sinn, andere Materialien zu verwenden.
Fertiges Küchenbokashi ist quasi „Sauerkraut für den Boden“ und hat einen hohen Säuregehalt.

Eine Fermentation bedeutet auch ein Gärungsprozess, so dass ein Glasbehälter ebenfalls nicht in Frage kommt. Dieser könnte platzen.

Das sind die wichtigsten Gründe für die Wahl des Materials – es muss einiges aushalten.

Bokashisaft lagern-wie geht das richtig?

Anfangs, wenn die Fermentation langsam beginnt einzusetzen (ca. am 2.–3. Tag beim Befüllen des Eimers), ist davon auszugehen, dass ein Teil des Saftes einen sehr hohen Wasseranteil hat (sowohl aus den Abfällen, aber auch, weil man ja Gemüse und Obst vor dem Verarbeiten wäscht). Dieser Saft muss schnell verwendet werden, weil der Wasseranteil hoch ist, wenig Nährstoffe enthält und auch wenig Mikroorganismen.

Ab dem 4. Tag beim Befüllen des Küchenbokashi-Eimers kann der Saft nach dem Abzapfen in eine Pet-Flasche gegeben und gesammelt werden, bis diese Flasche voll ist. Damit möglichst wenig Luft in der Flasche bleibt, wir diese zusammengedrückt. Dieser Saft kann gut ca. 4 Wochen im Kühlschrank gelagert werden.

Bokashi Feststoff lagern- wie geht das richtig?

Das fertige Küchenbokashi kann man einfach in Plastiksäcke oder Eimer umfüllen. Diese müssen gut verdichtet und luftdicht verschlossen werden. Dann können die Säcke oder Eimer einige Monate gelagert werden. Das Bokashi sollte allerdings nicht mehr bei Zimmertemperatur gelagert werden, sondern deutlich kühler und im Idealfall in einem dunklen Raum z.B. im Keller.

Wenn möglich, sollte das fertige Küchenbokashi so schnell als möglich in die Erde gebracht werden, denn

Anwendungsdosierung-Wie wird es gemischt?
Abflussrohre, Klo, Abwasser, Kläranlagen
  • 2× wöchentlich
  • 10 ml pro L Wasser
Blumenkästen, Töpfe, junge Pflanzen
  • 1× wöchentlich
  • 2-3 ml pro L Wasser
Boden, Rasen, Beete,
  • 1× wöchentlich
  • 5 ml pro L Wasser
für Gartenteiche
  • alle 2 Monate
  • 1 ml pro 10 L Wasser

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