Vielerorts sind sie jedes Jahr ein Bild des Jammers. Einst imposante Rosskastanien haben schon früh im Sommer gelblich braun verfärbtes Laub, das sie oft schon im August abwerfen. Schuld daran ist die Kastanienminiermotte, die in den frühen 1990er Jahren erstmals in Süddeutschland gesichtet wurde. Inzwischen hat sie sich flächendeckend ausgebreitet. Sehr erfreulich: Mit einer konsequenten EM®-Anwendung konnten schon viele Kastanien soweit gepflegt werden, dass sie bis zum Herbst wieder weitgehend grün bleiben und schön anzusehen sind. Lesen Sie von dieser vielversprechenden EM®-Anwendung, die zwar recht aufwändig aber überaus wirksam ist.

Leiden die Kastanien oder leiden sie nicht am Miniermottenbefall?

Umweltschutzverbände wie der NABU gehen davon aus, dass es durch den Larvenfraß der Miniermotte – auch über Jahre des Befalls – nicht zum Absterben der Kastanien kommt. Diese Annahme gilt sicherlich für alle guten Standorte.
Kastanien, die am Straßenrand stehen, deren Wurzelbereich zum Teil unter versiegelter Fläche liegt oder Bäume, die mit Giften im Boden oder zu wenigen Nährstoffen kämpfen, leiden definitiv langfristig am jährlichen Befall mit der Kastanienminiermotte.

Engagierte EM®-Berater und -Anwender gibt es zuhauf, die ebendiese Beobachtungen und nach Jahren des Befalls kümmernde Kastanien beschreiben. Im Beitrag Bäume mit EM® sanieren und pflegen haben wir exemplarisch drei Baumsanierungsbeispiele genannt, darunter auch das „Kastanien-Projekt“ in Ihringen, über das wir übrigens in unserem allerersten Beitrag im EM®-Blog im Oktober 2012 ausführlicher berichtet hatten.

Über ihre reine Schadwirkung hinaus ist der Befall mit der Kastanienminiermotte allemal ein ästhetisches Problem in vielen Parks, Biergärten, an Straßenrändern und auch in großen Hausgärten.

So erkennen Sie den Befall mit der Kastanienminiermotte

Von der Motte befallene Bäume zeigen im Frühsommer längliche gelb bis orange Flecken auf den Blättern. Wer genau hinsieht, kann die bis zu 5 mm großen Larven erkennen, die sich zwischen der oberen und unteren Blatthaut bewegen und Gänge (sogenannte Minen) ins Blattgewebe fressen. Das ausgehölte Blatt vergilbt an der Stelle und es kommt zum typischen Schadbild. Die Flecken auf den Blättern verlaufen hauptsächlich zwischen den Blattadern und sind so gut z. B. vom Schadbild der Blattbräune zu unterscheiden, die sich flächiger ausbreitet.

Bei sehr starkem Befall mit der Miniermotte, die oft in Kombination mit der Blattbräune auftritt, kann ein Großteil des gesamten Blattwerks der Rosskastanie betroffen sein und absterben. Bäume mit solchem Befall verlieren bereits ab August ihre Blätter.

Interessant: Die Miniermotte bevorzugt in erster Linie die weißblühenden Rosskastanien.

Lebenszyklus der Miniermotte

Die Rosskastanienminiermotte (Cameraria ohridella) ist eine kleine Schmetterlingsart mit bis zu 8 mm Flügelspannweite. Ab etwa Mitte April schlüpfen die kleinen Falter aus den Puppen, die im Laub des Vorjahres am Boden überwintert haben.

Im Laufe ihrer etwa dreiwöchigen Flugzeit legen die Weibchen je 20 bis 30 Eier auf die Blattoberseite, aus denen nach etwa zwei Wochen die Larven schlüpfen. Sie bohren sich in das Blattinnere und fressen für ca. drei Wochen Blattgewebe, bevor sie sich verpuppen und nach weiteren zwei Wochen geschlechtsreife Falter schlüpfen.

Im Jahresverlauf kommt es, zum Teil überlappend, zu drei Generationen der Miniermotte, wobei die letzte Generation als Puppe im vertrockneten Blatt überwintert.

Simples Laubsammeln als Schutz vor der Miniermotte? Bitte nicht!

Das Laub unter den Kastanien absammeln und entsorgen, ist landläufig als einzige Möglichkeit bekannt, etwas gegen den frühen Befall der Kastanie im Folgejahr zu unternehmen. Die Erfolge sprechen auf den ersten Blick auch für sich.

Laubsammeln, wozu in vielen Gemeinden und Städten aufgerufen wird, ist allerdings mit hohem finanziellen und personellen sowie Aufwand an Maschinen verbunden (Laubpuster, Laub abtransportieren, ggf. sogar verbrennen).
Auch unterschätzt: Wird das Laub entfernt, fehlt dem Baum Jahr für Jahr organische Masse, aus der er wieder Nährstoffe für sein Wachstum und Überleben ziehen kann. Langfristig leidet der Baum also trotzdem. Und mit ihm die Populationen vieler Insekten, die alljährlich mit dem Laub abtransportiert und vernichtet werden!

Ökologisch gesehen ist der Kastanie mit Laubsammeln also bitte nicht zu helfen. Was bleibt ist EM®!

EM®-Maßnahmen zur Sanierung befallener Kastanien

Mit der Miniermotte befallene Kastanien können mit EM®-Produkten auf verschiedene Arten vor der Infektion mit anderen Krankheiten, einem zu starken Befall oder einer zunehmenden Schwäche geschützt werden, die neben dem Befall mit der Miniermotte weitere Ursachen haben kann.
Ein Problem bei der Sanierung und anschließenden Pflege großer Kastanien kann der Aufwand sein, der für eine EM®-Anwendung auf den Blättern nötig ist. Motorbetriebene Sprühvorrichtungen oder Vernebler und ggf. entsprechende Leitern sind nötig. Aber: Der Aufwand lohnt sich und ist der schnellste Schutz für den belaubten Baum!

Mind. 4x EMIKO® EM5 Forte ab Schlüpfen der ersten Falter sprühen:
Der EM®-Schutz auf den Blättern kann die Infektion mit Blattkrankheiten verhindern, die sich auf den beschädigten Blättern sehr schnell ausbreiten können. Zudem wirken Chilli und Knoblauch abschreckend auf Insekten, wodurch es zu einem geringeren Befall kommen kann. Sprühen Sie erstmals, wenn die ersten Falter schlüpfen (Mitte April), dann nach jeweils 4 Wochen. Sofern es möglich ist, kann natürlich häufiger gesprüht werden!

Kastanien Düngen mit EM®-Kompost oder Bokashi:
Oft sind es Kastanien an Straßenrändern oder dort, wo organisches Material als natürlicher Dünger fehlt, die am meisten unter dem Befall mit der Miniermotte leiden. Ihnen fehlt es häufig an Nährstoffen, die ihr Überleben sichern. Eine jährliche Düngung hat sich daher bewährt.

Am Rand des Kronenbereichs werden Dünger-Depots angelegt. Je nach Größe des Baumes werden die Löcher mit dem Spaten ausgehoben oder mit einem Erdbohrer gebohrt (ca. 30 – 50 cm tief). Kleinere Bäume erhalten alle 50 cm ca. 200 – 250 g Bokashi (Bokashi Schwarzerde, organischer NPK-Dünger o. rein pflanzlich) bzw. EM®-Kompost, die mit EMIKO® UrgesteinsMehl gemischt werden (auf einen Beutel Bokashi / 5 kg Kompost kommt 1 kg UrgesteinsMehl). Bei größeren Bäumen werden die Löcher jeden Meter gebohrt und entsprechend die doppelte Menge der Bokashi-Urgesteinsmehl-Mischung eingefüllt. Die Löcher werden anschließend wieder mit Erde geschlossen.

Ist es bei (zum Teil) versiegelter Fläche nicht möglich, diese Depots anzulegen, bleibt die Flüssigdüngung mit EMIKO® MikroDünger im frühen Frühjahr und Juni. Die im folgenden Abschnitt beschriebene EM®-Gießmaßnahme kann entsprechend auf zwei Anwendungen gekürzt werden.

4x jährlich Gießen mit EM®:
Nach Anlegen der Bokashi-Depots wird die gesamte Baumscheibe (der Bereich unter der Krone) reichlich mit EMIKO® Garten- und Bodenaktivator gegossen – 200 ml + 10 l Wasser pro 10 m2, an trockenen Standorten wird die doppelte Menge Wasser genommen. Das Gießen wird jährlich insgesamt 4x durchgeführt.

Hinweise:

  • Optimal ist der Bereich der Baumscheibe mit Gras bewachsen, das jeweils vor der EM®-Gießanwendung gemulcht wird. So ist Nährstoff-Nachschub für den Baum gesichert und die aufwändigen Dünger-Depots müssen nur etwa zwei Jahre hintereinander angelegt werden.
  • Dringender Handlungsbedarf mit EM® und insbesondere EM®-Dünger besteht bei Kastanien, die im Herbst nochmal austreiben und sogar Blüten bilden. Zwar ist der Grund für dieses Phänomen noch nicht eindeutig geklärt, Fakt ist aber, dass es den Baum enorme Kräfte kostet, die ohnehin bereits gering sind. Bei diesen Bäumen kann noch im Herbst das Dünger-Depot angelegt werden und es muss mindestens noch einmal mit EM® gegossen werden.

Fazit

Die Sanierung und Pflege mit EM® von stark mit der Miniermotte befallenen Kastanien ist zeitintensiv und kostet natürlich Geld. Allerdings ist die Anwendung von Erfolg gekrönt und die EM®-gepflegten Bäume unterscheiden sich bereits nach wenigen Anwendungen von ihren nicht behandelten Artgenossen in der Umgebung. Außerdem: Die Konsequenz, es nicht zu tun, wäre für viele Kastanien, insbesondere an widrigen Standorten wie Straßenrändern oder im Stadtbereich, die sichere Fällung. Weil es häufig um Bäume im öffentlichen Raum geht, ist Engagement gefragt! Die Pflege der Kastanien in privater Hand ist da deutlich einfacher, wenngleich nicht weniger öffentlichkeitswirksam – zum Beispiel, wenn es um die Sanierung der Kastanien im Lieblingsbiergarten geht…

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