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Bokashi selbst herstellen

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Bokashi, so bezeichnet man in erster Linie den wertvollen Dünger für den Garten. Wer Spaß am Selbermachen hat, kann sein eigenes Bokashi herstellen – ganz einfach aus pflanzlichen Küchen- oder Gartenabfällen. Das ist nicht nur ökologisch, sondern freut auch das Gärtnerherz, denn es ist offensichtlich, wie dankbar sich alle bokashi-gedüngten Pflanzen entwickeln. Doch Bokashi ist nicht nur Dünger – wir erklären in diesem Beitrag, was Bokashi ist, welche anderen Arten von Bokashi es außer für den Garten noch gibt, wie Bokashi gemacht wird, was man dafür braucht und geben Tipps zur Lagerung und Anwendung des fertigen Bokashi.

Das alles ist „Bokashi“

„Bokashi“ ist ein Wort aus dem Japanischen und wird für fermentiertes Material verwendet, das eine weitere Verwendung erfährt. Für die Herstellung von Bokashi kann prinzipiell jedes organische Material verwendet werden, das mit EM gemischt wird und anschließend unter Luftabschluss fermentieren muss. So können sich verschiedene Anwendungsbereiche für Bokashi ergeben.

Hauptsächlich werden jedoch pflanzliche Küchen- und Gartenabfälle verwendet, und wer über „Bokashi“ schreibt oder davon spricht, meint meist den hochwertigen Dünger für den Garten. Es gibt zwar findige und langjährige EM-Anwender, die Bokashi mit unterschiedlichem Erfolg auch schon mal für andere Anwendungsbereiche fermentiert haben. So erreichten uns zum Beispiel Berichte von einem Hobby-Hühnerhalter, der Getreidekörner fermentiert hat oder von einem Hundehalter, der gewolftes Fleisch fermentiert hat. Bei solchen Experimenten ist es allerdings immer wichtig, sich bewusst zu machen, dass man vollständig eigenverantwortlich handelt und an dieser Stelle keinerlei Produkthaftung mehr greift.

Anders sieht das bei den verschiedenen Bokashi-Fertigprodukten aus, bei denen der Arbeitsaufwand des Fermentierens entfällt und man sicher sein kann, ein hochwertiges und funktionierendes Produkt zu kaufen:

Für den Garten sind das EMIKO® Bokashi Schwarzerde oder EMIKO® Bokashi Pflanzlicher Dünger;

für Pferde das Ergänzungsfuttermittel EMIKO® HorseCare Bokashi oder BokashiPLUS, und

für Hunde und Katzen das Ergänzungsfuttermittel EMIKO® PetCare Bio Bokashi.

So wird aus pflanzlichem Material Bokashi für den Garten

Das pflanzliche Material wird mit einem geeigneten EM-Produkt (siehe Liste der benötigten Produkte im nächsten Punkt) besprüht oder vermischt, verdichtet und in einem luftdichten Behälter fermentiert.
Die effektiven Mikroorganismen nutzen die Zuckerstoffe in dem organischen Pflanzenmaterial als Nahrung und vermehren sich. Weil sich die Milchsäurebakterien in EM am schnellsten vermehren, senken sie den pH-Wert des organischen Materials innerhalb weniger Stunden ab. So werden negative Mikroorganismen auf natürliche Weise an der Vermehrung gehindert.

Die anderen EM-Mikroorganismen stört der niedrige pH-Wert hingegen nicht. Sie sind darauf ausgelegt, sich in einem sehr großen pH-Wert Spektrum wohl zu fühlen, vermehren sich optimal im sauren Umfeld und tragen ihren Teil zur „Bokashi-Werdung“ bei: Vorhandene Nährstoffe in dem organischen Material werden durch die enzymatische Aktivität der Mikroorganismen aufgespalten und in kleinere Strukturen zerlegt. Neben den Enzymen produzieren die Mikroorganismen Vitamine und Spurenelementen, Aminosäuren und Antioxidantien. Diese natürlichen und wertvollen Nähr- und Wirkstoffe sind im fertigen Bokashi enthalten und kommen dem Boden und allen Pflanzen zugute.

Das wird für ein Bokashi aus Küchen- und/oder Gartenabfällen benötigt

Wer sein eigenes Bokashi herstellen möchte, benötigt ein paar Utensilien, deren Anschaffung sich bei häufiger Benutzung rechnen. Im Vordergrund sollte aber auch der Spaß am Selbermachen stehen, denn ein wenig Zeit kostet es allemal, sein eigenes Bokashi herzustellen.

Was eignet sich für das eigene Bokashi:

  • Obst und Gemüse,
  • Zitrusfrucht- und Bananenschalen,
  • gegarte Speisereste,
  • rohes und gekochtes Fleisch und Fisch,
  • Käse, Joghurt,
  • Eier und -schalen,
  • kleinere Knochen und Gräten,
  • bis zu einer Handvoll Haare, Fell oder Federn,
  • Brot,
  • Kaffeesatz, Teeblätter und -beutel,
  • Schnittblumen, verwelkte Blumen, evtl. mit Wurzelballen
    (alte Erde ausklopfen, so weit es geht),
  • kleinere Mengen Papiertaschentücher und Küchenkrepp.

Was eignet sich NICHT für das eigene Bokashi:

  • Flüssigkeiten wie Essig, Alkoholika, Fruchtsäfte, Milch, Öl oder Wasser,
  • größere Knochen,
  • Asche,
  • tierische oder menschliche Fäkalien,
  • Papier.

Sie benötigen:

  1. einen Bokashi Eimer mit 16 l Füllvolumen oder
    einen Bokashi Eimer mit 19 l Füllvolumen. Tipp: Wenn Sie ihre Küchenabfälle dauerhaft zu Bokashi aufwerten möchten, ist es ratsam, zwei Bokashi Eimer anzuschaffen, denn ist der eine gefüllt, kann der Inhalt in Ruhe fermentieren, während der andere Eimer allmählich gefüllt wird.
  2. EMIKO® Garten- und Bodenaktivator
  3. EM Super Cera C® Pulver
  4. eine Sprühflasche
  5. evtl. 12 St. EM-X Keramik Pipes grau für die Auffangwanne
  6. evtl. einen mit Sand oder Wasser gefüllten Plastikbeutel oder Küchenkrepp zum Abdecken

Rezept für gelingsicheres Bokashi

  1. Verwenden Sie EM-X® Keramikpipes grau, so geben Sie 12 Stück vor dem Befüllen in die Auffangwanne des Bokashi-Eimers.
  2. Zerkleinern Sie Ihre (Küchen-)Abfälle gründlich. Je kleiner Sie schneiden, desto mehr Oberfläche finden die EM Effektive Mikroorganismen zum Verstoffwechseln vor und desto schneller wird das organische Material fermentiert.
  3. Geben Sie zu Ihrem organischen Material EM Super Cera C® Pulver. Bei sehr feuchtem Material wie saftreichem Obst oder nassen Salatblättern geben Sie fertiges Bokashi (z.B. EMIKO® Bokashi Pflanzlicher Dünger) zum Aufsaugen der überschüssigen Feuchtigkeit bei. Besprühen Sie alles mit EMIKO® Garten- und Bodenaktivator und mischen Sie gut durch.
  4. Geben Sie die Mischung in den Bokashi-Behälter und drücken das Material gut an, um so viel Luft wie möglich herauszupressen. Das Bokashi soll möglichst anaerob (sauerstofffrei) fermentieren.
  5. Bei schichtweiser Befüllung legen Sie einen mit Sand gefüllten Plastikbeutel oder mit EMIKO® Garten- und Bodenaktivator befeuchtetes Küchenkrepp auf das Material und schließen den Behälter anschließend luftdicht bis zur nächsten Befüllung. Wenn Sie Küchenkrepp verwenden, muss dies bis zur nächsten Befüllung feucht gehalten werden. Das Krepp wird später im Boden restlos mit zersetzt.
  6. Ist der Behälter komplett gefüllt, lassen Sie das Bokashi mind. 3 Wochen ab diesem Zeitpunkt bei Zimmertemperatur fermentieren. Bei geringeren Temperaturen benötigt das Bokashi länger zur Fermentation.
  7. Die am Boden des Eimers entstehende Flüssigkeit lassen Sie alle zwei Tage durch den Auslaufhahn ablaufen. Sie eignet sich 1:100 mit Wasser verdünnt als hochwertiger Blumendünger.
  8. Das fertig fermentierte Bokashi hat sein ursprüngliches Aussehen kaum verändert – anders als bei Kompostherstellung – und riecht angenehm säuerlich. In den Boden eingearbeitet, wird es binnen kürzester Zeit umgesetzt.

Tipp: Damit Sie das Ablassen der Flüssigkeit auch während der Fermentation des fertig gefüllten Eimers nicht vergessen, stellen Sie ihn an eine Stelle im Haus, an der er Ihnen immer wieder in den Blick fällt (z. B. Hauswirtschaftsraum oder Küche).

Nach der Nutzung reinigen Sie Ihren Bokashi Eimer und alle Bauteile gründlich mit heißem Wasser und Essigessenz oder flüssiger Zitronensäure. Lassen sie ihn anschließend vollständig an der Luft trocknen.

Lagerung des fertigen Bokashi

Das fertige Bokashi kann sofort im Garten, zum Aufwerten von Blumenerde oder für Balkonpflanzen verwendet werden. Doch was ist mit Küchen-Bokashi, das zum Beispiel während der Wintermonate entsteht und nicht gleich verwendet werden kann? Es wäre zu schade, die organischen Küchenabfälle mit dem Hausmüll zu entsorgen, sofern man keinen Kompost als Alternative hat.

Daher ist es gut zu wissen: Das fertige Bokashi kann aus dem Bokashi Eimer in Plastiksäcke oder Eimer umgefüllt werden, muss wieder gut verdichtet und luftdicht verschlossen werden und kann so bis zur Frühjahrsanwendung kühl und dunkel lagern. Es sollte allerdings nicht mehr bei Zimmertemperatur, sondern tatsächlich deutlich kühler aber definitiv frostfrei lagern.
Wer sein Bokashi über den Winter sammeln und lagern möchte, sollte zur Besiedlung des organischen Materials mit EM in jedem Fall eines der EM-Fertigprodukte EM·1 oder den EMIKO® Garten- und Bodenaktivator nehmen und kein EMa. Die Zusammensetzung der EM-Mikroorganismen in EMa ist zu ungewiss, als dass ein mithilfe von EMa fermentiertes Bokashi stabil genug ist, um es zu lagern.
Lesen Sie hierzu auch unseren Beitrag „EMa oder EM-Fertigprodukte – was ist besser?“.

Anwendung im Garten und worauf Sie achten sollten

Das fertige Bokashi kann wie alle EMIKO® Bokashis im Garten verwendet werden. Eine Liste der Anwendungsmöglichkeiten und Aufwandmengen finden Sie in der Beschreibung des jeweiligen Fertigproduktes – z. B. beim Bokashi Schwarzerde.

Neben den lebenden EM versorgt ein selbst hergestelltes Bokashi den Boden mit organischer Substanz, die frei ist von Faulstoffen. Entsprechend werden alle Bodenlebewesen und Mikroorganismen im Boden umfänglich ernährt, ergänzt und in ihrer Funktion unterstützt.
Lesen Sie hierzu auch unsere Beiträge „Humus – das Verdauungsorgan der Pflanze“ und „Nützling Regenwurm: Seine Verdauung hilft dem Boden“.

Worauf Sie bei der Anwendung von Bokashi stets achten sollten: Bokashi hat einen niedrigen pH-Wert. Daher kann frisches Bokashi feine Wurzeln und Keimlinge empfindlich schädigen. Es sollte immer zwei Wochen vor dem Säen oder Pflanzen in die Erde eingearbeitet werden, damit alle Bodenlebewesen ausreichend Zeit haben, das Bokashi umzusetzen.

Fazit

Bokashi selbst herstellen macht Spaß, kostet aber Zeit, bedarf ein wenig Übung und einiger Utensilien. Nicht jedem, der sein eigenes Bokashi herstellen will, gelingt es auf Anhieb oder auch bei jedem Ansatz. Wenn das das Fall ist, gehen Sie die einzelnen Schritte des Rezepts durch und versuchen Sie mögliche Fehler zu beheben. Ganz wichtig ist auch die gründliche Reinigung des Eimers nach jeder Benutzung, damit sich keine Fremdkeime vermehren, die das Bokashi verderben können.
Fakt ist und bleibt: Bokashi ist ein unersetzlich wertvoller Dünger im Garten, ganz egal ob selbst hergestellt oder als EM-Fertigprodukt wie z. B. das Bokashi als organischer NPK-Dünger.

Wer statt Bokashi lieber EM-Kompost machen möchte, kann sich in diesen Beiträgen informieren:

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