Wer sich mit effektiven Mikroorganismen beschäftigt, Infos von langjährigen Anwendern bekommt, Bücher liest oder sich im Internet schlau macht, weiß, dass es die Möglichkeit gibt, selbst EM® zu vermehren. „EMa“ oder „EM aktiv“ wird es genannt und viele denken, dass EMa viel günstiger ist als die EM®-Fertigprodukte. Leider gelingt die Herstellung und Anwendung in der Praxis oft nicht so, wie erwartet und schnell macht sich Enttäuschung breit. Welche Tücken bei der EMa-Fermentierung auftreten können, warum EMa nur sehr eingeschränkt nutzbar ist, die Fertigprodukte unterm Strich doch oft günstiger und wirksamer sind, darum geht es in diesem Beitrag.

Gutes EMa herzustellen, bedarf Equipment, Zeit, Sorgfalt und Erfahrung

Equipment: Um EMa zu vermehren, benötigt man einen geeigneten Fermenter, der luftdicht zu verschließen ist und eine integrierte Heizung hat, die das EMa während der Fermentation von sieben Tagen auf einer gleichmäßigen Temperatur hält. Der Fermenter muss gut zu befüllen, zu leeren und zu reinigen sein. Die Fermenter sind in verschiedenen Größen erhältlich.
Um EMa anzusetzen, benötigt man EM·1® (kein anderes EM®-Produkt eignet sich für die Vermehrung) und Zuckerrohrmelasse – nach Belieben in bio- oder konventioneller Qualität.

Zeit: Das Vorbereiten des Fermenters und Hilfsmittel zum Abmessen und Umrühren, das Vorbereiten und Mischen der Zutaten, das Umfüllen des fertigen EMa und die Reinigung und Desinfektion des Fermenters und Aufbewahrungsflaschen/-Kanister nach der Benutzung kosten Zeit. Die Fermentation nimmt sieben Tage in Anspruch, die man warten muss, bevor man sein selbst hergestelltes EMa verwenden kann.
Zum Faktor Zeit zählen auch die längere Vorplanung (Laufzeit für evtl. nötige Bestellungen plus Fermentationszeit) und – wenn EMa für den Garten fermentiert wird – schon fast hellseherisches Fähigkeiten, derer es bedarf, wenn EM® in Abhängigkeit vom Wetter eingesetzt werden soll.

Sorgfalt: Reinlichkeit ist sehr wichtig, wenn man ein EMa guter Qualität herstellen möchte. Daher sind der Fermenter mit allen Bauteilen, Aufbewahrungsbehälter und Hilfsmittel zum Abmessen der Zutaten, Mischen und Umfüllen nach der Fermentation sehr genau zu reinigen und zu desinfizieren. EM·1® besteht aus verschiedenen Stämmen an Mikroorganismen, die während der Fermentation zu EMa unterschiedlich lange brauchen, bis sie beginnen, sich zu vermehren. Durch Kontamination mit Fremdkeimen können sich daher während der Fermentation auch unerwünschte Mikroorganismen vermehren, die schnellere Vermehrungszyklen haben. Die weitere Fermentation ist dann gestört.

Erfahrung: Mikroorganismen reagieren je nach Umweltbedingungen unterschiedlich. Für eine störungsfreie Fermentation und gute Qualität des EMa spielen daher eine Reihe von Faktoren, wie die Umgebungstemperatur, der Standort des Fermenters oder die Lagerung und Frische der Zutaten eine Rolle. EMa ist daher von Haushalt zu Haushalt etwas unterschiedlich, weil keine standardisierten Bedingungen einzuhalten sind. Bis man weiß, wie im eigenen Haushalt ein gutes EMa gelingt, bedarf es ggf. einiger Übung, was auch für die Lagerung des fertigen EMa (ca. zwei Wochen haltbar) und die Anwendung gilt. EMa kann nicht automatisch so angewendet werden wie die Fertigprodukte, die für ihr spezifisches Einsatzgebiet eine höhere Wirksamkeit aufweisen.

Einen Leitfaden zum Herstellen von EMa in der Betriebsanleitung unserer Fermenter finden Sie in unserem Download-Bereich.

Warum das EMa-Herstellen und Anwenden oft (unbemerkt) misslingt

  1. Die Reinigung und Desinfektion der Fermenter wird nicht nach den aktuellen Empfehlungen durchgeführt: Dies ist ein sehr verbreiteter Fehler, denn viele denken, die positiven EM® könnten sich in der Kürze der Fermentationszeit gegenüber negativen Keimen im Fermenter oder in Aufbewahrungsbehältern durchsetzen. Vor jeder Nutzung müssen jedoch der Fermenter und alle Aufbewahrungsbehälter gereinigt und desinfiziert werden, damit sich nur die gewünschten positiven EM®-Mikroorganismen vermehren.
  2. Die zur Kontrolle des fertigen EMa üblichen sensorischen Parameter reichen für eine genaue Qualitätsprüfung nicht aus: Sind die sieben Tage der Fermentation um, werden Geruch (säuerlich-brotartig), Farbe (bräunlich) und der pH-Wert (≤ 3,6) des EMa geprüft. Obwohl alle drei Parameter nicht darauf hindeuteten, dass das EMa misslungen sein könnte, erhalten wir immer wieder EMa-Proben von unzufriedenen Anwendern, deren Mikroorganismen-Zusammensetzung deutlich von einem guten EMa abweichen. Dies zeigt uns, dass die sensorischen Möglichkeiten zur eigenen Qualitätsprüfung nur einen Anhaltspunkt geben können, aber nicht voll aussagekräftig sind. Nur die Laboranalyse kann echte Ergebnisse liefern.
  3. EMa kann nicht automatisch so verwendet werden, wie die Fertigprodukte: Alle EM®-Fertigprodukte enthalten für ihren Einsatzbereich spezifisch nötige Mikroorganismen und weitere Zutaten, die sich während der Fermentation und für ihren bestimmungsgemäßen Einsatz positiv auswirken. Entsprechend haben die Fertigprodukte eine bessere Wirksamkeit als EMa. Wird EMa in gleicher Menge und Häufigkeit angewendet, bleibt die Wirkung oft aus, fällt geringer aus oder tritt erst viel später ein. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass EMa häufig auch eine viel geringere Dichte an Mikroorganismen aufweist als die Fertigprodukte, wie die beiden Vergleichsbilder unter diesem Beitrag zeigen.

Berücksichtigt man die geringere Wirksamkeit von EMa (je nach Anwendungsbereich) und die Arbeit und Kosten, die entstehen, bis das eigene EMa fertig ist, sind die EM®-Fertigprodukte unterm Strich oft günstiger!

EMa ist ein Bodenhilfsstoff – Anwendungsmöglichkeiten stark eingeschränkt!

EMa ist die Aufvermehrung des Bodenhilfsstoffes EM·1® , folglich ebenfalls ein Bodenhilfsstoff und als solcher zu verwenden, denn EMa enthält die spezifischen Mikroorganismen für den Boden.

Dass EMa auch heute noch für andere Anwendungsbereiche verwendet wird, rührt aus den Anfängen der EM®-Nutzung. Vor etwa 20 Jahren, als EM® zunehmend bekannt wurde, gab es mit EM·1® nur ein EM®-Produkt und die Möglichkeit selbst EMa oder Bokashi zu fermentieren.
Die Anwendung von EMa über seine Bestimmung als Bodenhilfsstoff hinaus hat sich durch ältere Bücher, Broschüren oder Informationen im Internet bis in die heutige Zeit gehalten. Aus gesetzlicher Sicht kommt sie inzwischen nicht mehr in Frage, denn als Hersteller sind wir z. B. verpflichtet unsere Produkte je nach Einsatzgebiet entsprechend herzustellen, zu deklarieren, prüfen und zertifizieren zu lassen und Anwendungsempfehlungen zu geben. All das hätten wir mit EM·1® als Bodenhilfsstoff nicht erfüllen können – was schließlich zum Vorteil für alle EM®-Nutzer wurde, denn die Fertigprodukte sind deutlich wirksamer als EMa und unterliegen der gesetzlichen Produkthaftung.

Vorteile der EM®-Fertigprodukte: wirksamer, sicher und billiger

Vorteile gegenüber EMa:

  • Zeit, Equipment, Fermentations- und Anwendungs-Know-How, Lagermöglichkeit usw. für EMa entfallen
  • höherer Anteil an EM®-Mikroorganismen (siehe Bilder unten), daher wirksamer

Grundsätzliche Vorteile der EM®-Fertigprodukte:

  • werden laboranalytisch geprüft, bevor sie in den Verkauf gehen (von der EMRO und einem akkreditierten Lebensmittel-Labor)
  • zertifizierte Qualitätssicherung (HACCP, GMP+, biozertifiziert)
  • Produktion nach Lebensmittelstandard
  • Qualität ist festgelegt und messbar
  • klare Produkthaftung
  • Anwendungsempfehlungen und Erklärung des Produktes auf der Verpackung, im Internet, diversen Broschüren oder bei Bedarf telefonisch (02225 95595-0), per E-Mail (info@emiko.de) bzw. in einer individuellen Vor-Ort-Beratung durch einen EM-Berater
  • Auf das Anwendungsgebiet abgestimmte Zusammensetzung der Mikroorganismen und weiteren Zutaten

Alle Qualitätssicherungsmaßnahmen tragen dazu bei, dass jeder EM®-Anwender ein einwandfreies und qualitativ hochwertiges Produkt bekommt, dessen Wirkung bei sachgerechter Anwendung so eintritt wie erwartet.

Vorsicht vor nachgemachten Produkten!

Wer ein EM®-Produkt kauft und einsetzt, hat eine Vorstellung, wie es wirken wird. Diese Vorstellung basiert auf einer Summe von (über Bücher, Erzählungen oder im Internet) verbreiteten Erfahrungen, die sich dank der Popularität der original EM®-Produkte auch auf Grundlage von original EM®-Anwendungen entwickelt hat.

Weil die Wortkombination „effektive Mikroorganismen“ nicht als Marke geschützt werden kann, da es Worte des normalen Sprachgebrauchs sind, kann sich jeder, der ein EM®-Produkt nachmachen möchte, dieser Worte für sein Produkt bedienen. Auf diese Weise suggeriert er dem Verbraucher eine entsprechende Wirkung seines Produktes.

Die Symbiose und das Zusammenwirken der einzelnen Mikroorganismen-Arten in EM® macht seine besondere Kraft aus. In nachgemachten Produkten ist die Mischung von Mikroorganismen jedoch häufig unausgewogen, sodass dieses Zusammenwirken nicht stattfinden kann. Die erwartete (original) EM®-Wirkung bleibt aus. Aus Kosten- und Wirkungsgründen sollten Sie daher darauf achten, ein original EM®-Produkt zu erwerben.
Wer mehr zu diesem Thema lesen möchte, findet Infos in unseren Beiträgen „Sichere EM-Produkte“ oder „EM ist nicht gleich EM – immer mehr nachgemachte Produkte“.

Fazit

Um ein qualitativ hochwertiges EMa herzustellen bedarf es entsprechendem Equipment, Zeit, sorgfältiger Arbeitsweise und Reinigungsmaßnahmen sowie Erfahrung bei der Herstellung, Lagerung und Anwendung. Weil nicht immer alle Anforderungen erfüllt werden (können) und die Qualität des fertigen EMa zuhause nur bedingt messbar ist, wird häufig EMa minderer Qualität eingesetzt. Die Folge: Das EMa hat eine schlechte, verzögerte oder gar keine Wirkung und unter den Anwendern macht sich Enttäuschung breit.

Berücksichtigt man alle Kosten zur EMa-Herstellung, die Zeit, die höheren Anwendungsmengen, unklare Qualitäten und die geringere Haltbarkeit von EMa, sind die zertifizierten und kontrollierten EM®-Fertigprodukte mit ihrer besseren Wirksamkeit und nicht zuletzt der klaren Produkthaftung unterm Strich in den meisten Fällen günstiger.

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