Vögel im Winter richtig füttern – auch mit EM®

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Die Vogelfütterung im Winter hat nicht nur Tradition, richtig durchgeführt kann sie unseren heimischen Wildvögeln die kalten und futterarmen Monate auch erleichtern. Frei machen sollte man sich jedoch von dem Gedanken, auch bedrohte Vogelarten durch die Winterfütterung unterstützen zu können, denn das Füttern löst nicht unsere großen Naturschutzprobleme. Die verbreiteten Vogelarten finden sich allerdings reichlich an den Futterplätzen ein, sorgen für buntes Treiben und fressen insbesondere selbst gemachtes Futter mit EM® sehr gerne. Ein Rezept*, hilfreiche Tipps zur Vogelfütterung und weitere EM®-Tipps haben wir für Sie zusammengestellt.

Vögel im Winter füttern oder nicht? Was ist richtig?

Die Fütterung von Wildvögeln im Winter spaltet Naturschützer in zwei Lager.
Befürworter wollen den Vögeln in Zeiten des Nahrungsmangels das Überleben erleichtern, Gegner betonen hingegen, dass die Fütterung für die Tiere zahlreiche Nachteile mit sich bringt (z. B. Eingriff in die natürliche Auslese innerhalb der Population, die Vögel würden verfetten, verlernen sich selbst Futter zu suchen, das Futter ist meist nicht artgerecht usw.). Ein Teil der vermeintlichen Nachteile konnte wissenschaftlich inzwischen widerlegt werden, andere werden entkräftet, wenn die Fütterung nach bestimmten Regeln durchgeführt wird (hierfür unbedingt weiterlesen!).

Fakt ist: In den zunehmend artenarmen Gärten und in einer von industrieller Landwirtschaft geprägten Umgebung finden unsere Wildvögel immer weniger Nahrung. Aber sie finden auch eine immer weniger geeignete Umgebung zum Nisten, ihre Jungen aufzuziehen und ihren natürlichen Verhaltensweisen nachzugehen.

Es stellt sich daher die Frage nach dem, was richtig ist: Ist es richtig, die Vögel zumindest mit dem zu unterstützen, was wir ihnen leicht bieten können, nämlich Futter, oder ist es richtig, an den Ursachen zu arbeiten, sprich den Lebensraum unserer Wildvögel so gut es geht zu schützen bzw. wiederherzustellen? Wir denken, beides ist richtig!

Wann sollten Vögel im Garten / auf dem Balkon gefüttert werden?

Typischerweise werden Vögel im Winter von November bis etwa Ende Februar gefüttert. Bei unseren zunehmend milden Wintern richten sich Beginn und Ende der Winterfütterung aber nicht starr nach dem Kalender, sondern nach dem Wetter und dem Vorhandensein natürlicher Futterquellen: sind Beerensträucher, Apfelbäume und samentragende Bäume, Büsche und Blumen leer oder beginnt der Frost, kann es mit Füttern losgehen.

Einige Vogelschutzverbände sprechen sich inzwischen sogar für eine Ganzjahresfütterung unserer Wildvögel aus. Der NABU jedoch ist gegen eine Ganzjahresfütterung und kann sich nur mit der Winterfütterung „anfreunden“. Schon die Winterfütterung trage nicht dazu bei, dass bedrohte Vogelarten unterstützt werden, denn die Winterfutterplätze werden nur von den ohnehin starken Arten mit wachsenden Populationen aufgesucht, informiert der NABU. Den bedrohten Arten fehle es nicht vornehmlich an Futter, sondern an einem grundsätzlich geeigneten Lebensraum, der z. B. durch intensive Landwirtschaft zerstört wird. Und das ist im Winter nicht anders als im Sommer. Daher gilt es grundsätzlich an unserem Denken, im Umweltschutz und somit an den Ursachen zu arbeiten, damit sich künftig auch bedrohte Vogelarten wieder wohlfühlen – eine Denke, die wir sehr befürworten!

WICHTIG: Wer mit dem Füttern beginnt, sollte es auch konsequent bis zum Ende des Winters tun. Insbesondere bei Eis und Schnee verlassen sich Vögel auf ihre stets gefüllten Futterplätze.

So sollte die Futterstelle für Vögel aussehen:

  • trocken und sauber, damit das Futter nicht nass wird und verdirbt
  • die Futterstelle muss so konzipiert sein, dass kein Kot ins Futter gelangt; die Tiere sollen nicht im Futter herumlaufen können
  • besser mehrere kleine Futterstellen einrichten, um die Gefahr für mögliche Krankheitsübertragungen zu verringern
  • Futterstelle so aufhängen, dass Katzen sie nicht erreichen können, bzw. nur dort aufhängen, wo die Vögel freie Sicht haben und eine herannahende Katze schnell entdecken können

Für Körnerfutter sind Säulen- oder Silo-Systeme sehr gut geeignet. Sie ermöglichen den Vögeln eine natürliche Fresshaltung und werden u.a. vom NABU oder Vogelschutzverbänden empfohlen.

EM®-Tipps für die Winter-Vogelfütterung

Hygiene & Reinigung:
Die Futterstellen incl. aller Halte- und Landeflächen sollten bei Plusgraden zweimal pro Woche mit einer 1:2-Verdünnung aus EM® und Wasser eingesprüht werden. Hierfür eignen sich EMIKO® Blond, einer der EMIKO® Reiniger oder der Garten- und Bodenaktivator. Die EM®-Mikroorganismen verdrängen mögliche Schadkeime.

Einmal im Monat sollte(n) die Futterstelle(n) gründlich gereinigt werden, sofern übliche Futterhäuschen verwendet werden: grobe Verschmutzungen abbürsten, mit heißem Wasser vorreinigen, mit einem der EMIKO® Reiniger pur einsprühen und mindestens eine Stunde einwirken lassen. Anschließend alles nochmal abspülen, ggf. Schmutzreste entfernen, mit einer 1:2-Verdünnung aus EM® und Wasser einsprühen und an der Luft trocknen lassen.

Silos oder Säulensysteme hingegen bedürften kaum einer zusätzlichen Reinigung und müssen normalerweise nur vor und nach der Wintersaison gereinigt werden.

Vogelfutter selber machen:
Wer Wildvögel füttern möchte, muss wissen, dass es unter den Vögeln reine Körnerfresser gibt, die Sonnenblumenkerne und andere harte Körner lieben und solche, die zu den Weichfutterfressern gehören. Sie fressen lieber weichere Haferflocken, Mohn, Kleie, Rosinen und Obst. Meisen zum Beispiel fressen sowohl weiches als auch Körnerfutter.

Körnerfutter, das am besten in den genannten Futtersäulen angeboten wird, kann rein aus Sonnenblumenkernen bestehen. Gerne werden beigemischte Hanfkörner, Hirse, andere Samen, Getreidekörner oder zerkleinerte Nüsse angenommen.

Fettfutter sollte nicht in Kunststoffmaschen (Meisenknödel) angeboten werden, weil sich die Vögel darin verfangen können. Am besten wird es selbst aus wenigen Zutaten hergestellt*. Benötigt werden:

  • 100 g EMIKO® PetCare Bio Bokashi
  • 250 g Kokosfett oder Rindertalg
  • 250 g Körnermischung für Wildvögel (z. B. Sonnenblumenkerne, Hanfsamen)
  • Formen: Kokosnusshälften, Joghurtbecher, kleine Blumentöpfe, Muffinförmchen,
  • Ausstechförmchen, ausgehöhlte Äpfel – den Ideen für Behälter und Formen sind kaum Grenzen gesetzt.

So wird’s gemacht: Das Fett wird geschmolzen und alle Zutaten gut damit vermischt. Damit die Mikroorganismen im Bokashi keinen Schaden nehmen, darf das Fett nicht mehr als 40° haben, bevor die Zutaten eingemischt werden. Die Masse wird anschließend in die Formen gefüllt und soll vollständig abkühlen. Wer das Futter später samt Form aufhängen möchte, kann in die noch warme Masse einen kleinen Stock oder einen verzweigten Ast stecken, der mind. 10 cm aus der Masse ragt, an der Form befestigt ist und an dem sich die Vögel später festhalten können. Wer das Futter ohne Form aufhängen möchte oder es am Boden oder einem geeigneten, katzensicheren Platz füttern möchte, taucht den Becher/die Form nach Erkalten kurz in heißes Wasser, um das Futter aus der Form zu lösen.

Tipps: In das Fettfutter können auch Rosinen, Haferflocken, Kleie, Mohn oder andere geeignete Samen eingemischt werden. In schönen Formen ist das selbstgemachte Vogelfutter auch ein schönes Mitbringsel oder ein kleines Geschenk zu Weihnachten. Bei schäbigem Herbst- und Winterwetter haben Kinder riesig Spaß, das Vogelfutter selbst zu machen.

Einen vogelfreundlichen Garten gestalten

Wildvögel ernähren sich von allerlei Samen, Früchten und Insekten. Wer also seine Beete im Herbst nicht gänzlich von ausgeblühten Blumen befreit, einige Sträucher erst zum Ende des Winters schneidet und im Garten Bereiche lässt, in denen heruntergefallenes Laub verbleiben darf, hat schon viel Positives für die Vögel geleistet.

Viele Vögel freuen sich auch über am Baum verbliebene Äpfel oder die Früchte der Wiesenrose (Hagebutten) und andere späte Früchte, wie die des Efeus, die über den Winter wichtige Nahrung liefern. Wer im kommenden Jahr Veränderungen in seinem Garten plant, sollte sich im Internet mal schlau machen, ob nicht die ein oder andere Pflanze einziehen darf, die auch den Wildvögeln Gutes tut.

Fazit

Vögel im Winter zu füttern kann einen Teil ihrer Nahrung in unseren zunehmend verarmten Umweltregionen sicherstellen. Bei der Fütterung ist es wichtig, die hygienischen Maßnahmen einzuhalten, damit sich Krankheiten nicht ausbreiten. Für die Gesundheit der Tiere ebenso wichtig ist es, artgerechtes Futter anzubieten. Um die heimischen Vogelpopulationen zu unterstützen, kann auch die Fütterung mit EM® in Form von Bokashi, eingemischt in selbstgemachtes Futter, hilfreich sein.
Grundsätzlich ist der naturnahe Garten, der artenreich ist und ohne chemische Hilfsmittel gepflegt wird (z. B. mit den EM®-Produkten für den Garten), in den Wintermonaten ein Anziehungspunkt für heimische Wildvögel und bietet eine Fülle an Nahrung.

*Wir bedanken uns herzlich für das Rezept bei unserem EM-Berater Jens Laaß.

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