Hunde & Katzen barfen – die Vor- und Nachteile

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barfen

Kurzgefasst bedeutet „Barfen“ die Fütterung von rohem Fleisch, Knochen, Innereien, Obst und Gemüse an Hunde und Katzen. Diese Art der Fütterung kommt den natürlichen Ernährungsbedürfnissen unserer fleischfressenden Haustiere am nächsten, doch auch die Nachteile  sollte man kennen, möchte man seinen Hund oder seine Katze auf die Rohfütterung umstellen.
Gut zu wissen: Effektive Mikroorganismen können dem Tier die Umstellungsphase erleichtern und werten sogar jede artgerechte Rohfutter-Ration auf.

Biologisch artgerechtes rohes Futter“ ist die im deutschsprachigen Raum am häufigsten gebrauchte Erklärung für die Abkürzung BARF, die ihren Ursprung in Amerika hat.
Neben der Verwendung roher Zutaten bedeutet Barfen gleichzeitig der weitgehende Verzicht auf industriell hergestelltes Fertigfutter und der Versuch, die Ernährung wild lebender Artgenossen so gut es geht zu imitieren. Daraus ergeben sich folgende

Vorteile des Barfens:

  • Rohes Futter enthält weitgehend alle Nährstoffe in ihrer ursprünglichen Form („weitgehend“, denn z.B. durch Frosten können einige Vitamine verloren gehen und Mikroorganismen absterben).
  • Man weiß, was man seinem Tier füttert. Konservierungsstoffe, Aromen, Farbstoffe oder Geschmacksverstärker sind nicht enthalten und belasten den Stoffwechsel folglich nicht.
  • Auch bisher mäkelige Fresser haben wieder Appetit und fressen gerne.
  • Der Gesundheitsstatus des Tieres verbessert oder festigt sich:
    • glänzendes Fell, geringer Eigengeruch
    • weniger Zahnstein, geringerer Maulgeruch
    • bessere Fitness
    • mehr Ausgeglichenheit
  • Das Tier setzt geringere Kotmengen ab.
  • Die Darmflora wird robuster und das Tier muss in der Regel seltener entwurmt werden. Mindestens halbjährlich sollte jedoch eine Kotprobe zur Überprüfung gemacht werden.
  • Übergewichtige Tiere nehmen gut ab (Rationsberechnung wichtig!).

Barfen hat also besonders viele Vorteile für das Tier. Trägt man die negativen Seiten zusammen, wird deutlich, dass diese in erster Linie auf den Tierbesitzer zutreffen.

Nachteile des Barfens:

  • Der Arbeits- und Zeitaufwand, die Ration selbst zusammenzustellen, zu portionieren, Obst und Gemüse zu pürieren usw. ist recht hoch.
  • Im Vergleich zu herkömmlichen Fertigfuttern ist Barfen teurer.
  • Im Urlaub oder unterwegs ist die Rohfütterung nicht immer durchführbar, wenn die Lagerungs- und/oder Frostmöglichkeiten fehlen.
  • Manche Komponenten, wie Pansen oder Blättermagen, riechen sehr stark.
  • Die Verarbeitung und Fütterung ganzer Tiere, wie Küken oder Teile von Kaninchen, ist nicht jedermanns Sache.
  • Rohes Fleisch kann Krankheitserreger enthalten, die beim Tier z.B. zu Durchfällen führen können.

Rohfutterration vom Spezialisten berechnen lassen

Entscheidet man sich für das Barfen, sollte man den Nährstoffbedarf seines Tieres kennen und wissen, welche Komponenten wie zusammengestellt werden sollten. Die Versorgung des Tieres mit Nähr- und Wirkstoffen sollte an Größe, Gewicht, Alter und Aktivität des Tieres angepasst sein. Auch die korrekten Verhältnisse wichtiger Nährstoffe zueinander sind von Bedeutung.

Es ist daher ratsam, die Ration von einem Spezialisten berechnen zu lassen und sich Empfehlungen für die Zusammenstellung der Mahlzeiten zu holen.
Inzwischen bieten viele Tierheilpraktiker aber auch Tierärzte einen entsprechenden Service an. Es sollte darauf geachtet werden, dass derjenige sich tatsächlich in Sachen Barfen weitergebildet hat oder langjährige Erfahrung hat.

Rohfutter mit effektiven Mikroorganismen aufwerten

Viele, die ihre Tiere roh ernähren, greifen auf tiefgefrorene Komponenten oder ganze Mahlzeiten zurück. An der Nährstoffzusammensetzung ändert das Frosten nicht viel. Einige natürliche Mikroorganismen sterben bei Minusgraden jedoch ab. Ergänzt man die Ration täglich wieder mit lebenden Mikroorganismen, wie z.B. über das EMIKO® PetCare Ergänzungsfuttermittel flüssig oder das EMIKO® PetCare Bokashi, kann man die Rohfütterung also noch artgerechter gestalten.

Tierärzte und Tierheilpraktiker, die EM kennen und individuelle Rationsberechnungen erstellen, empfehlen die Fütterung der Mikroorganismen während der Umstellung auf die Rohfütterung für mindestens vier Wochen. Im Anschluss profitieren insbesondere empfindliche und ältere Tiere. Produkte mit effektiven Mikroorganismen können ohne Nachteile auch dauerhaft ergänzt werden.

Fertige Mahlzeiten ermöglichen mehr Haltern die Rohfütterung

Wer sich gegen das Barfen entscheidet, tut dies in erster Linie, weil es sehr zeitaufwändig ist und recht viele verschiedene Bestandteile vorgehalten werden müssen.
Mittlerweile gibt es jedoch verschiedene Hersteller, die fertige Rohfuttermahlzeiten anbieten. Diese werden als praktische Würste oder in Form von Platten, in der Regel zu 500g verschweißt und tiefgefroren, angeboten. Sie enthalten bereits verschiedene tierische Bestandteile (Muskelfleisch, Knorpel, Knochen, Innereien) aber auch Obst, Gemüse und ggf. nötige natürliche Zusätze wie Kräuter oder Beeren.
Das aufwändige Zusammenstellen der Mahlzeiten entfällt bei dieser Art der Rohfütterung. Die täglich zu fütternde Menge und ob weitere Zusätze nötig sind, errechnet auch in diesem Fall der Fachmann.

Fazit:

Geht es nur um das Wohlbefinden des Tieres, ist die Rohfütterung für Hunde und Katzen die artgerechteste Ernährungsform. Der Tierhalter muss mit einem etwas höheren Arbeits- und Zeitaufwand rechnen und ggf. etwas mehr Geld für die monatliche Versorgung des Tieres einplanen.
Fertige Rohfuttermahlzeiten können die tägliche Fütterung erleichtern und Zeit sparen.
In der Umstellungsphase und auch später profitieren Hunde und Katzen von der täglichen Gabe effektiver Mikroorganismen, sofern das Futter oder einzelne Komponenten gefrostet waren.

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