Bokashi oder Kompost aus Pferdemist

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Viele Pferdehalter müssen den Mist ihrer Pferde kostspielig entsorgen. Eine Möglichkeit, Geld zu sparen und den Mist selbst zu verwerten, ist die Herstellung von Bokashi bzw. Kompost aus Pferdemist. Unter Luftabschluss fermentieren die reinen Pferdeäppel oder stroharmer Pferdemist besonders schnell zu Bokashi. Aus strohreichem Mist wird EM®-Kompost hergestellt. Dieser muss nicht luftdicht abgeschlossen werden, benötigt jedoch etwas länger, bis er verwendet werden kann.

Als Dünger, zur Verbesserung der Bodenstruktur und Aktivierung des Bodenlebens können Bokashi oder Kompost aus Pferdemist sogar auf der Pferdeweide ausgebracht werden. Während der Fermentation sorgen EM® dafür, dass krankmachende Keime zurückgedrängt werden und auch Parasiten keine optimalen Lebensbedingungen zur Vermehrung vorfinden. Der Kreislauf potentieller Krankheitserreger vom Tier über den Mist auf die Weide und zurück ins Tier wird unterbrochen.

Pferdemist-Bokashi: für kleine Mengen Mist bzw. stroharmen Mist

Fallen nur geringe Mengen Mist an (z. B. wenig Pferde in Offenstallhaltung ohne Stroheinstreu), bietet sich die Herstellung von Bokashi an. Für ein Bokashi muss sich das Material gut verdichten lassen, um einen gleichmäßigen Fermentationsprozess zu gewährleisten. Viel Stroh oder eine vergleichbare Einstreu wären also hinderlich beim Verdichten. Optimal sind daher reine Pferdeäppel oder nur sehr geringe Mengen Stroh.

Was wird gebraucht, wie wird’s gemacht?

Der Behälter kann über einen Zeitraum von 1-2 Wochen nach und nach mit dem täglich anfallenden Mist gefüllt werden. Die Größe des Behälters sollte entsprechend gewählt werden. Kleinere Behälter (wenn man z. B. nur etwas Pferdemist-Bokashi für den eigenen Garten machen möchte), können direkt vollständig gefüllt werden.

Der Mist wird in Lagen von ca. 10 cm Höhe in den Behälter gefüllt. Jede Lage wird pur (sind die Äppel sehr trocken, weil sie z. B. einige Zeit in der Sonne lagen, mischen Sie 1 : 1 mit Wasser) mit EMIKO® Garten- und Bodenaktivator oder EM·1® eingesprüht, gemischt und anschließend gut verdichtet.
Um die Lebensbedingungen für EM® zu verbessern, kann jede Lage vor dem Besprühen mit EM Super Cera C® Pulver bestäubt werden. Alternativ wird das UrgesteinsMehl oder auch zerriebene Pflanzenkohle verwendet.
Wird der Behälter allmählich gefüllt, ist es wichtig, die oberste Schicht nach der Füllung mit einer Folie abzudecken und beispielsweise mit Sandsäcken zu beschweren – je luftdichter desto besser.

Sechs bis acht Wochen Fermentieren

Ist der Behälter voll, muss er komplett luftdicht verschlossen werden. Sicherheitshalber kann der Deckel zusätzlich mit Klebeband versiegelt werden. Je nach Außentemperatur muss das Bokashi nun 6-8 Wochen fermentieren.
Unter dem Deckel können ein paar Zentimeter Platz gelassen werden, weil sich das Material durch das „ausgeatmete“ Kohlendioxid der Mikroorganismen ein wenig anheben kann. Zudem wölbt sich der Deckel eventuell etwas. Wird die Wölbung zu stark, muss die überschüssige Luft vorsichtig abgelassen werden, ohne den Deckel ganz zu öffnen. Eine tägliche Kontrolle ist daher wichtig. Wölbt sich der Deckel auch nach 8 Wochen noch, ist das Bokashi noch nicht stabil und braucht noch etwas Zeit.

Weißer Belag aus Actinomyceten

Bei einem weißen Belag auf dem Bokashi, der Schimmel zum Verwechseln ähnlich sieht, handelt es sich in aller Regel um einen sogenannten Actinomycetenrasen. Actinomyceten sind anaerob (ohne Sauerstoff) lebende Mikroorganismen, die eine stäbchenförmige Zellform haben und sich zu fadenförmigen Geflechten zusammenschließen. War der Behälter luftdicht verschlossen, ist dies ein Zeichen für ein gelungenes Bokashi. Sollte es tatsächlich Schimmel sein, wird das Bokashi nicht den aromatisch säuerlichen Geruch aufweisen, sondern eher faulig riechen.

Kompost aus Pferdemist: viele Pferde, große Mistmengen, viel Stroh

Im Gegensatz zum klassischen Bokashi kann ein Kompost bzw. Misthaufen nicht luftdicht abgeschlossen werden. Man spricht in dem Fall von einem semianaeroben Bokashi. Auf die semianaeroben Bedingungen sind die EM® in der EMIKO® KompostPflege optimal angepasst. Möglich ist zwar auch die Verwendung von EMIKO® Garten- und Bodenaktivator oder EMa, die Fermentation verläuft jedoch verzögert bzw. nur in den tieferen Schichten des Misthaufens ab, die durch das Eigengewicht bereits gut verdichtet sind und keinen Sauerstoff enthalten.

Arbeitsschritte und Dosierung

Es können zwei Varianten des Besprühens mit der EMIKO® KompostPflege gewählt werden:

  1. Der Mist wird bereits im Stall während bzw. unmittelbar vor dem Misten besprüht. Wird der Stall ohnehin regelmäßig – also mindestens wöchentlich – mit EMIKO® HorseCare Stallreiniger besprüht, entfällt das Besprühen des Mistes!
  2. Der Mist wird auf dem Misthaufen besprüht.

Die erste Variante ist mit weniger technischem und maschinellem Aufwand verbunden. Es wird lediglich ein Drucksprühgerät benötigt. Für Variante zwei muss der Mist geschichtet und jede Lage besprüht werden. Je nach Größe des Misthaufens sind also ein Trecker mit Frontlader, ein Rad- oder Teleskoplader sowie entsprechende Sprühtechnik erforderlich.

Die Dosierung muss etwas nach Gefühl erfolgen. Pro Kubikmeter Mist werden etwa 500 ml EMIKO® KompostPflege benötigt.
Der Pferdemist-EM®-Kompost kann jährlich verwendet werden.

Verwendung des fertigen Bokashi / Kompost

Das fertige Bokashi bzw. der fertige Kompost kann auf Grünflächen, Weiden oder Beeten ausgebracht und eingearbeitet werden.
Der Pferdemist-Kompost wird im Herbst oder Frühjahr ausgebracht, wobei sich eine Ausbringung auf Weideflächen im Herbst empfiehlt.

Die Aufwandmenge richtet sich danach, wie die Fläche beansprucht wird. Stark zehrende Pflanzen bekommen jährlich bis zu 500 g Bokashi bzw. Kompost pro m2. Schwach zehrende Pflanzen werden mit ca. 200 g pro m2 versorgt.

Für alle landwirtschaftlichen Betriebe und Pensionspferdehalter haben wir auf unserer Seite agrar.emiko.de spezielle Angebote an Produkten und Einsatzbereichen für Pferde zusammengestellt.

Fazit

Die Herstellung von Bokashi oder EM®-Kompost aus Pferdemist ist eine einfach Möglichkeit für Hobbypferdehalter, ihren Mist nicht nur los zu werden, sondern sogar zu hochwertigem Dünger für die eigenen Weiden aufzubereiten. Zwar fehlen bisher Studien, die eine derartige Kreislaufwirtschaft ohne erhöhtes Parasitenrisiko belegen, doch zeigen die Praxis und Erfahrungen vieler Pferdehalter, dass es funktioniert. Im Zweifel helfen vierteljähliche Kotproben für eine Entscheidung und natürlich der Einsatz der EM®-Technologie bei der Weidepflege und in der Fütterung (EMIKO® HorseCare Bokashi oder/und EMIKO® HorseCare Ergänzungsfuttermittel flüssig).

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